Warum die Hautbarriere so wichtig ist

Dieser Beitrag wird dir einen Einblick in die physiologische Bedeutung einer intakten Hautbarriere und dem Säureschutzmantel geben. Du wirst erkennen, dass eine intakte Hautbarriere und der Säureschutzmantel die Grundvoraussetzung für eine gesunde Haut sind, egal welches Pflegekonzept Deine Haut benötigt. Dein Wunsch Dein Hautbild zu erhalten oder zu verbessern, kann nur erfüllt werden, wenn Deine Hautbarriere intakt ist! Mit Blick auf die Beauty Trends der nächsten Jahre im Bereich Wirkstoffkosmetik stehen vier Konzepte weltweit ganz klar im Fokus:

  • Anti Pollution – Healthy Skin & Better Aging
  • Skin Microbiom Cosmetics
  • High Performance
  • Personalisation

Die Forschung im Bereich Anti Pollution ist ein spektakuläres Forschungsfeld, in dem interdisziplinär geforscht wurde und wird. Produkte der Generation 3.0 wurden entwickelt gegen alle Formen der Belastung für unsere Haut und inzwischen auch für die Haare.
Anti Pollution Konzepte bzw. Pflegeprodukte umfassen heute und in Zukunft drei Bereiche:

  • outdoor pollution (Licht- und Umweltschadstoffe)
  • indoor pollution (Innenraum Schadstoffe, digitaler Stress, Blaulicht)
  • internal pollution (oxidativer Stress durch metabolische Prozesse)

Die Folgen für die Haut durch Pollution sind:

  • Störung der Hautbarriere
  • Schädigung der DNA & der Kraftwerke unserer Zelle (Mitochondrien)
  • Bildung von Sauerstoffradikalen (ROS)
  • Entzündungsauslösende Botenstoffe (inflammatorische Cytokine)
  • Anstieg von collagenabbauenden Substanzen (MMPs)
  • Verschlechterungen im Bindegewebe
  • Dunkle Flecken (Hyperpigmentierungen), Spots

Die Hautbarriere

Die Hautbarriere schützt den menschlichen Körper vor übermäßigem Feuchtigkeitsverlust und verhindert, dass Bakterien, Viren, Pilze und/oder Substanzen aus der Umwelt in den Körper eindringen. Die Hautbarriere erfüllt somit eine lebensnotwendige Funktion.
Sie wird gebildet durch die oberste Schicht der Oberhaut (Epidermis) der sogenannten Hornschicht (Stratum corneum) und einem darüber liegenden Säureschutzmantel.

 

Einfacher gesagt:
Die Hautbarriere schützt die Haut wie ein Dach das Innere eines Hauses. Ergänzt durch eine besondere Materialbeschichtung, dem Säureschutzmantel.

 

Gesunde Haut:
Ist die Hautbarriere stabil und der Säureschutzmantel intakt fühlt sich die Haut geschmeidig und glatt an. Wir fühlen uns wohl in unserer Haut.

Strapazierte Haut:
Ist die Hautbarriere durchlässig und der Schutzmantel geschwächt kommt es zu einem übermäßigen Feuchtigkeitsverlust von Innen (die Haut verliert Wasser) und die Haut wird schuppig.
Stell‘ es Dir vor, wie bei einem Topf mit kochendem Wasser und der Deckel hat Löcher. Das Wasser verpufft einfach nach Außen.

Normale vs. beschädigte Haut

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Als weitere Folge dringen Substanzen ein.

Entzündungsprozesse, Pickel, Rötungen, Spannungsgefühle,

Irritationen, dunkle Flecken (Hyperpigmentierungen)

sind u.a. die sichtbaren Zeichen einer gestörten Hautbarriere.

 

 

Welche Faktoren führen zu einer gestörten Barriere

 

Unpassende Reinigungsprodukte mit Wash out Effekt, verstärkt durch Bürstchen, Waschzwang

Mehr dazu https://catharina.de/hautreinigung/  https://catharina.de/reinigung-toner-das-unzertrennliche-duo/

pH-Wert des Leitungswassers
Chlor- und Salzwasser
Aggressives PeelingMehr dazu https://catharina.de/peeling/ Vermehrtes Schwitzen
Häufiges Epilieren Ausgiebige Sonnenbäder
Rasieren ohne Pflege Medikamente
Duschen mit aggressiven, parfümierten Duschgelen und Seifen Ernährungsfehler
Bodylotion mit allergiekritischen Duftstoffen, Parabenen, synthetischen Emulgatoren Pollution – indoor und outdoor

Ist das Gleichgewicht einmal gestört spricht man vom Barriereschaden und ein individuelles Programm sowohl im Institut wie auch in der Heimpflege sind unerlässlich, um den Schaden zu reparieren!

 

Einfacher gesagt:
Wir haben Löcher im Dach. Aber keine Sorge, wir haben eine Reihe an Treatments und Pflegeprodukten, die Deine Haut wieder in Balance bringen.

 

Wenn Du es genau wissen willst, lies jetzt einfach weiter zum Thema Hautbarriere. Wir erklären Dir alles zum Thema „Epidermis“ und ihre Bedeutung für die Hautbarriere und was den Säureschutzmantel ausmacht.

Epidermis (Oberhaut)

Unsere Haut wird in 3 Schichten (grobe Einteilung) eingeteilt:

Epidermis = Oberhaut
Dermis = Lederhaut
Subcutis = Unterhaut

Von innen nach außen werden 5 Epidermis-Schichten unterschieden:

  1. Basalschicht (Stratum basale)
  2. Stachelzellschicht (Stratum spinosum)
  3. Körnerzellschicht (Stratum granulosum)
  4. Glanzschicht (Stratum lucidum)
  5. a) Hornschicht (Stratum corneum)
    b) Oberster Teil der Hornschicht (Stratum disjunctum)

 

Aufbau der Epidermis

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1 – Basalschicht (Stratum basale)

Die Basalschicht ist die innerste Schicht und dient der Erneuerung und Regeneration der Epidermis. Vereinfacht ausgedrückt entstehen hier die neuen Zellen für die Oberhaut.
Dabei teilt sich eine Zelle (der Keratinozyt aus epidermalen Stammzellen). Ein Teil bleibt in der Basalschicht, während der andere langsam Richtung Hautoberfläche abgedrängt wird und so Schicht für Schicht nach oben wandert.
Die Zellen sind schon von der Zellteilung an auf Selbstmord programmiert, das heißt, sie sterben auf dem Weg an die Hautoberfläche langsam ab und bilden dort als tote Zellen die perfekte Abwehrmauer.

Anmerkung: In der Basalschicht befinden sich außerdem die Merkel-Zellen (Sinnesrezeptoren) sowie die für den UV-Schutz verantwortlichen Melanozyten.

2 – Stachelzellschicht (Stratum spinosum)

Hier beginnt die schrittweise Verhornung der Zellen. Diese wird auch Keratinisierung genannt. Durch die vermehrte Bildung von Keratin bilden sich bei dem Vorgang aus Epithelzellen über hornbildende Zellen (Keratinozyten) schließlich Hornzellen (Korneozyten).

3 – Körnerzellschicht (Stratum granulosum)

In der Körnerzellschicht beginnt der Abbau der Zellen, sie werden zu leblosen Korneozyten. Die äußere Form plättet sich ab und das Zellinnere besteht nun hauptsächlich aus Keratingranula.

4 – Glanzschicht (Stratum lucidum)

Die Glanzschicht ist eine dünne, fast durchsichtig erscheinende, ölige Schicht, die als Barriere gegen Haut-Eindringlinge dient. Wirklich ausgeprägt ist sie vor allem an Hand und Fußsohlen (Leistenhaut).

5a – Hornschicht (Stratum corneum)

Die Hornzellen sind nun vollständig abgestorben und verhornt. Die in ein Gemisch aus hauteigenen Fetten (Lipiden), Feuchthaltemittel (NMF Natural Moistering Factors) und Eiweißen (Proteine) eingebetteten Hornzellen bilden die wasserabweisende Hornschicht – eine Art perfekte Mauer gegenüber zur Abwehr von Faktoren aus der Außenwelt.

Hauteigne Fette (Lipide) und Feuchthaltemittel (NMF), entstehen übrigens bei der Umwandlung der Hornzellen. Mit einem Anteil von 60 % stellen die Ceramide den größten Teil der Fette (Lipide) in der Hornschicht dar.

Hautbarriere: Abgestorbene Hornzellen eingebettet in einem Gemisch aus hauteigenen Fetten, Feuchthaltemitteln und Eiweißen.

5b – Oberster Teil der Hornschicht (Stratum disjunctum)

Das Stratum disjunctum ist die oberste Schicht der Hornschicht. Hier lösen sich die Hornzellen aus ihrem Verbund, und schilfern ab (Desquamation). Normalerweise ist dieser Prozess nicht sichtbar.

Bei einer gestörten Abschilferung lösen sich die toten Hornzellen (Korneozyten) gemeinsam in Verbänden. Ab Verbänden aus ca. 500 Zellen sind Hautschuppen mit freiem Auge sichtbar.
Wir verlieren täglich ca. 2 bis 10 g Hautschuppen.
Ernährt wird die Epiderms aus Blutgefäßen der Dermis. Sie ist also nicht durchblutet.

Der Säureschutzmantel – eine spezielle Beschichtung

Ganz oben auf der Hornschicht (Strateum corneum) legt sich der sogenannte Säureschutzmantel. Diese spezielle Beschichtung liegt also auf der Hautbarriere.
Dabei handelt es sich um einen dünnen Wasser-Fett-Film, der die Hornschicht überzieht – der sogenannte HYDROLIPIDFILM
Der Säureschutzmantel setzt sich zusammen aus:

Talg (Sebum). Talg setzt sich zusammen aus Fetten, die aus den Talgdrüsen stammen. Diese Fette lagern sich in die Hornschicht ein und machen die Haut wasserabweisend und geschmeidig.
Schweiß Der Schweiß sorgt u.a. für ein leicht saures Milieu. Das saure Milieu schafft ideale Bedingungen für eine gesunde Hautflora. Das Gleichgewicht und die Vielfalt der Bakterien, die unsere Haut besiedeln, bleibt so erhalten.

Keime, die nicht zur Hautflora gehören, haben so wenig Chancen sich zu vermehren.
Ein intakter Säureschutzmantel ist folglich zur Abwehr dieser Fremdstoffe wichtig.

 

Bestandteile der Hornzellen

 

Einfacher gesagt:
Stell Dir die Hornschicht als dichte Jacke vor. Diese Jacke erhält nun eine spezielle Beschichtung aus Wasser und Fetten, um sie zusätzlich vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen.

 

Wird die Beschichtung entfernt (z.B. durch billige und aggressive Reinigungsmittel), entstehen über die Zeit Löcher in der Jacke. Sie wird uns weniger effizient schützen können bis sie letztendlich keine Schutzfunktion mehr anbieten kann.

Gratuliere, Du weißt jetzt wie wichtig eine intakte Hautbarriere und der Erhalt des Säureschutzmantels ist und wirst sicher eine professionelle Hautpflege aus dem Bereich Wirkstoffkosmetik wählen.

Falls Du Hautprobleme hast oder Dein Hautbild verbessern willst, wir sind für Dich da.
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